Der Grimes Inverse Duplex- Empfänger
Der "Inverse Duplex"- Empfänger ist ein Reflex- Geradeausempfänger, bei dem HF- Vorstufe/n zur Verstärkung der im Audion gewonnenen Niederfrequenz verwendet werden.
Dzu wird die NF vom Audion "nach vorn zurückgeleitet".
Üblicherweise nahm man dann z. B. die erste HF- Röhre als erste NF- Stufe, die zweite HF- Röhre als zweite NF- Stufe. 

David Grimes drehte nun die Reihenfolge der Reflex- Stufen um: Die zweite HF- Röhre wird zur ersten NF- Stufe, die erste HF- Stufe zur zweiten NF- Stufe.
Dazu schreibt David Grimes:
" Es gibt drei Nachteile bei der herkömmlichen Reflexschaltung. Während die Signale in vier Stufen verstärkt werden, wobei der Großteil der Verstärkung im Audiofrequenzbereich erfolgt, wird das Rauschen in zwei Stufen im Audiofrequenzbereich verstärkt, sodass die Signalverstärkung gegenüber der Rauschverstärkung gering ist. Die zweite Röhre, die die bereits von der ersten Röhre verstärkten Radio- und Audiofrequenzströme führt, trägt eine viel höhere Last als die erste Röhre.
Folglich wird die Schaltung leicht überlastet, was zu erheblichen Signalverzerrungen führt. Das dritte Problem ergibt sich aus der Notwendigkeit, ein Potentiometer zu verwenden, um eine positive Spannung an das Gitter der ersten Röhre anzulegen. Dies dient dazu, Schwingungen des Geräts zu verhindern, reduziert aber gleichzeitig die Abstimmgenauigkeit und die Signalstärke.
Im Grimes-Inverse-Duplex-Verstärker werden die Signale zunächst von der ersten Röhre mit Radiofrequenz verstärkt, dann erneut von der zweiten Röhre mit Radiofrequenz, anschließend von der zweiten Röhre mit Audiofrequenz und schließlich von der ersten Röhre mit Audiofrequenz. Die Signale werden also in vier Stufen verstärkt, während das Rauschen nur von der ersten Röhre mit Audiofrequenz verstärkt wird. Folglich treten beim Grimes-Verstärker deutlich weniger Störungen durch Rauschen auf.
Die Last auf die Röhren ist gleichmäßiger verteilt, da die erste Röhre die geringe Radiofrequenz- und die hohe Audiofrequenzverstärkung übernimmt, während die zweite Röhre die hohe Radiofrequenz- und die geringe Audioverstärkung übernimmt. "
(Radio Engineering 1923-06, S.141)
Weitere Erläuterungen:
"Die inverse Duplexschaltung hat gegenüber der Reflexschaltung den Vorteil, dass die Reflex- Röhren effizienter arbeiten, da die relativ schwachen Hochfrequenzströme durch dieselbe Röhre fließen wie die stärkeren Tonströme und umgekehrt.
(1926-01 Grimes Inverse Duplex S90
1927 Gernsback Radio- Encycopedia Erklaerung S94 Grimes Inverse Duplex S94)
Weitere Auskunft (Google-KI) :
Der Hauptvorteil der Invers-Duplex-Schaltung gegenüber der standardmäßigen Reflexschaltung liegt in der Lastverteilung innerhalb der Röhrenstufen."
Das wäre zu überprüfen.
Die Reflexschaltung war zu Zeiten des "Inverse Duplex" nicht neu- David Grimes verwendete nur die Röhren in anderer Reihenfolge.
Ich vermute, er wollte mit seiner Erfindung bestehende Patente umgehen, um nicht Patent- Nutzungsgebühren zahlen zu müssen.
Eine kleine Änderung einer bestehenden Schaltung konnte ein neues Patent begründen, und die eigene Nutzung ermöglichen.
Die Änderung mußte nicht besser sein- nur eben anders.
Da der "Inverse Duplex" (in mehreren Versionen) lange in den Fachzeitschriften beschrieben wurde, ist davon auszugehen, daß er gut funktionierte, und geschäftlich ein Erfolg war.
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