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Röhren- Ersatz

Das Gerät wurde vor 100 Jahren gebaut.
Wenn jemand das nachbaut- es kommen sicher einige Fragen auf.
Die wichtigste: WIE genau kann man das opßtisch und technisch authentisch realisieren ? Woher nimmt man die Bauteile ? Vor allem die Röhren ?

 

Uralt- Röhren kaufen...?
Erst mal ist da das Problem, solche Röhren zu haben-in dem hier vorliegenden Fall immerhin 7 Stück !
Die bekommt man sicher mit der Zeit zusammen, aber es besteht immer die Frage, ob es noch brauchbare, gute, geschweige denn unbenutzte alte Lagerbestände sind,das wäre für ein solches Projekt natürlich wünschenswert.

Und dann... für so alte Röhren muß man sehr tief in die Tasche greifen.

Ich las es erst vor einigen Tagen:
Wenn man UNGEBRAUCHTE Uralt- Röhren  ("NOS" = "New old Stock = alte Lagerbestände) erwerben kann...
...nicht selten funktionieren die nicht mehr !
Warum ?
Das Vakuum schlechter geworden, das Kathodenmaterial hat sich zersetzt, oder andere Gründe ?

Und da hat man vielleicht viel Geld bezahlt, um originale Röhren zu beschaffen...

Röhren- Ersatz

Da gibt es natürlich DIE Lösung, die in alter Literatur oft beschrieben wurde: Röhrenersatz. Mit üblichen, leicht beschaffbaren Röhren gleicher, oder zumindest naher Daten.

Das wird dann aber optisch nicht passen.

Die Lösung:"Abtarnen"... man kann ja eine Röhre in den Kolben einer historischen Röhre einsetzen.

Die Röhren von damals waren innen oft durch den Getterspiegel undurchsichtig, damit war ohnehin das System nicht zu sehen.
Manchmal kann man das auch so plazieren, daß es auf den ersten Blick nicht auffällt (Nachbauten der Loewe- Dreifachröhren).

Also- Vorschlag auch hier: Ersatz der Röhren.

Das Gerät verwendete einst direktgeheizte Trioden, die von Akkus/ Batterien
gespeist wurden.
Da bieten sich Miniaturröhren der D- Serie, sowie deren amerikanische und russische Paralleltypen an.
Wenn es Penthoden sind- werden die einfach als Triode geschaltet.
Gleiches gilt für Novalröhren.

Hier bieten sich die in Röhren- Fernsehern verwendeten Röhren ECC/ ECF usw. an, die man billigst bekommt, oft existieren noch Massen dieser Röhren, die aus Altgeräten herausgezogen wurden, und sie finden kaum noch Verwendung.

Auch dürften die Röhren der Baujahre ab 1925- Anfang 30er Jahre (RE- Typen) geeignet sein.
Zu berücksichtigen ist der Durchbruch auf der Frontplatte, die Kolben sind etwas größer.

Technisch sollte der Ersatz problemlos möglich sein.

Röhren- Heizung !!!

Wichtig ist die Röhrenheizung.

 

Röhren- Probleme
Allerdings hatten die Röhren der ersten Jahre grottig niedrige Verstärkung (Steilheit), es könnte mit steilen Trioden, wie die Novalröhren, eventuell Probleme durch parasitäre Rückkopplungen -ungewolltes Schwingen auf unerwünschten Frequenzen- geben.

Abhilfe bei Röhren- Problemen
Da hilft ein durchdachter Aufbau, ggf. mit Metallbeschlägen, Schirmungen, Metall- Trennwände.
Sowie auch die Reduzierung der Verstärkung.
Zum Schluß: Neutralisation.

Eine einzige moderne Triode oder triodisierte Penthode schafft mühelos die HF- Verstärkung der 3 Röhren- Wenn alle Stricke reißen, verwendet man 2 oder nur 1 Röhre !
Die unnötige Röhre/n ist dann eben ein "Leucht- Dummy".
In den 20er und 30er Jahren gab es nicht selten Dummy- Röhren ohne Funktion, um Kunden ein Gerät mit hoher Röhrenzahl vorzugaukeln, die Röhrenzahl war lange Jahrzehnte ein gewichtiges Werbe- Argument. Gleiches gab es später mit Transistor- Geräten !


Der Bauteile- Ersatz verändert vielleicht die Originalität- aber selbst Radiohersteller führten bei Geräten oft nachträgliche Änderungen durch, um modernere, bessere Bauteile verwenden zu können !

Röhren- Kennlinien, Messungen, Vergleiche und Tests

Ich habe meine Bestände durchforstet.
Etliche Batterieröhren mit 7- Stift Sockel harren ihrer Verwendung.
So schaute ich in die Datenblätter, um Röhren zu finden, die nur geringe Steilheit besitzen.

Na bitte- geht doch !

Es fanden sich einige Röhren, und zwar 1S5T von Tungsram und 1AF33 von TESLA. Alle noch in Originalverpackung.

Die Röhren sind Penthoden, und in der Penthoden- Beschaltung mit einer Steilheit von 0,5 mA/ V ausgewiesen.
Das ist mehr, als bei den Röhren, die Nesper verwendete, die haben nur 0,1 mA/V.
Aber Röhren mit so geringer Steilheit muß man erst mal finden.

Ich werde es mit diesen Röhren versuchen.

Ich habe testweise auf dem Röhrenprüfgerät Anode und G2 miteinnnder verbunden, und 100 V ANodenspannung eingestellt. der Anodenstrom liegt bei Gitter Null über 2,5 mA, das ist zu viel.

Also Anodenspannung testweise runter auf 60 V schon liegt der Anodenstrom bei der 1S5T im Bereich 1,6-. 1,8 mA, bei der 1AF33 bei 2- 2,2 mA.
Das liegt im Bereich der Originalröhre, die EVE173 würde da um 1,5 mA Anodenstrom haben.

 

 

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