Willkommen !

Analyse von Schaltungen und Bauweisen des Bauzeitraumes, Restauration der Empfängerschaltungen

Zwischen 1925 und 1922 wurden die hier besprochenen, riesigen Detektorempfänger gebaut, und viele Details sind besprechungswürdig.
Und einige der zu der Zeit vorhandenen Ideen wurden in den Großgeräten umgesetzt- wie bei den späteren "Großsupern" wurde an nichts gespart, das war Technik "am Ende der Fahnenstange".

Zweikreis- Prinzip


Sekundär- Schaltung nach Treyse - Schaltungsbuch 1925

Dreikreis- Prinzip

Tertiär- Schaltung nach Treyse - Schaltungsbuch 1925

Diese einfache Prinzipschaltung ist der einzige- sehr vereinfachte- Schaltplan eines Tertiär- Detektorempfängers !
Sie birgt doch recht viele Möglichkeiten, aber auch Fallen.
3 Kreise abzustimmen, ist eine Herausforderung, weil die Verstimmung EINES Kreises den Empfang verhindern kann.
Aber:  Dreikreis- Empfang bringt eine sehr hohe Trennschärfe.
Für Rundfunkempfänger würden 3 Kreise bereits ausreichen, selbst ohne Rückkopplung, wie z. B. beim "Philips 2511".
Noch geringere Bandbreiten wurden mit 3- Kreis- Rückkopplungsempfängern erreicht, etwa Seibt "Roland 33L". Dessen Empfang war vom Super kaum noch zu unterscheiden, z. B. auf Mittelwelle fand man auf der Skala einen Sender neben dem anderem !

Die Eingangsschaltung
Die Hersteller der frühen Empfänger erfanden eine große Anzahl ausgefeilter Schaltungen, um die Antenne bestmöglichst an den Haupt- Schwingkreis anzupassen, und kein Mikrovolt zu verschwenden.

Lang-/ Kurz- Schaltung der Antenne
Im Eingang verwendete man meist eine L/C- Serienschaltung, die "Lang"- Schaltung, für sehr lange und hochkapazitive Antennen, später die Parallelschaltung, die "Kurz- Schaltung", für Geräte, die hauptsächlich mit kurzen Antennen auskommen mußten.

Gelegentlich konnte man diese Schaltungsarten umschalten.


Antennen- Anpassung
Diese wurde mit unzähligen Möglichkeiten realisiert: Kondensatoren, Spulen, Drehkos und Variometer im Antennenweg eingeschleift, schaltbare Anzapfungen der Eingangsspulen und Koppler.


Der E82 bot alle diese Möglichkeiten !

Koppler
Und die spziellen Anforderungen zur Zeit des E82 waren sogar noch höher- es gab noch keine Sprach- und Musik- Übertragungen, nur tonlose Telegraphie oder Morsezeichen, und aufgrund hoher Entfernungen oft schwache Sender, die unter Umständen in der frequenzmäßigen Nähe zu starken Stationen sendeten.
Darum wurden varable "Koppler" verwendet- Variometer oder Schiebespulen.
Schaltungstechnisch wurde zur Kopplung an den nächsten Kreis nur nur ein Teil der nachfolgenden Schwingkreisspule genutzt, der drehbar oder schiebbar war.
Damit konnte eine definierte Kopplung hergestellt werden, was zu sehr hohen Trennschärfen beitrug.

Signalsuche mittels nichtabgestimmter Spulen
Es gab eine spezielle Schaltung, der Sekundärkreis wurde mit einer nichtabgestimmten "Verlängerungsspule" (amerikanisch "untuned secondary coil") weitab außer Resonanz gebracht, so daß man erst einmal überhaupt Signale suchen konnte, etwa beim Telefunken "EHA13" oder beim "lP-500" = "SE143" (USA).

Einzelkreis- Abstimmung
Gleichlaufende Drehkondensatoren wurden zu der Zeit selten verwendet- so hatte man die Möglichkeit, die Kreise auf das Exakteste abzustimmen.

Summer
Viele Geräte verwendeten einen "Summer" (amerikan. "Buzzer") der in die Antennenleitung induktiv eingeschleift wurde, die oberwellenhaltige Einstrahlung diente zur Grobeinstellung der Kristalldetektoren, wenn kein Signal zu empfangen war. Zu der Zeit noch oft Normalzustand- es gab noch keine Massen an Radiosendern.

Hochwertige Bauteile
Drehkondensatoren wurden oft mit allerbesten Materialien gebaut, etwa hochwertiger Keramik. Spulen wickelte man mit Litzen hoher Adern- Anzahl.

Spulen- Wickelweisen
Allein die Spulen konnten eine Wissenschaft für sich darstellen.
Es gab in den 20ern die seit langem vergessene "Telefunken- Wicklung" = "Bank- Wicklung" = "Stufen- Wicklung" , welche Spulen höchster Güte und niedrigster Eigenkapazitäten ermöglichte, noch heute erreicht man diese Werte nur mit hochwertigen Ferrit- Schalenkernen.
Allerdings ist die historische Wickeltechnik schon mit Festdraht schwierig, mit Litzen eine echte Herausforderung..
Jedoch zur Zeit der Detektorempfänger ohne jede Verstärkungstechnik, die auf jedes Mikrovolt angewiesen waren, war die Verwendung dieser Technik Voraussetzung für Fernempfang schwacher und schwächster Stationen, und sie brachte Ergebnisse, über die man heute nur staunen kann.
Zu diesen speziellen Wickelweisen habe ich bereits eine umfangreiche Seite voller Informationen zusammenrecherchiert.

Beispiel "geeichter Sekundärkreis"


"GeeichterSekundärkreis" nach Nesper, Jahrbuch 1921.
Mit dem "geeichten Sekundärkreis" ist der Kreis e/h gemeint .Schalter F ist der symbolische Schalter eines Summers.
Die Spule c (untere Spule) und b werden nicht genauer beschrieben, vermutlich sind sie nicht abstimmbar, die Spule hat wahrscheinlich nur einen Schieber oder Abgriffe für die Einkopplung des Summers.

Beispiel Empfänger EHA13
Antenne Serienschaltung für lange Antennen, Sekundärkreis in Parallelschaltung.
Hier ist zu beachten, daß der Spule k1 die Spule k2 parallel liegt, es ist also die Induktivität der beiden parallelgeschalteten Spulen für die Frequenz- Berechnung zu verwenden !
Spule n ist die Auskoppelwicklung zum Detektor, oft mit Anzapfungen für den günstigsten Detektor- Anschluß.



Typischer Zweikreis- Detektorempfänger, Telefunken EHA13

Beispiel Empfänger E225a


Zweikreis- Empfänger E225a, hier mit Serienkreis im Primär- UND im Sekundärkreis.
Auch hier ist die Reihenschaltung der beiden Spulen z1 und z2 zu beachten.
Ungünstig dürfte die wählbare Anzapfung der Spule z12 sein, weil diese natürlich die Abstimmung jedesmal verschiebt.

Beispiel Empfänger SE1220 (USA)

Restauration der Schaltungen unbekannter Empfänger
Aus den einfachen Prinzip- Schaltungen kann man die tatsächlichen Schaltungen der Empfänger ermitteln,es gibt zwar sehr viele Varianten und Details der Umschaltungen und Kopplungen, aber diese gehen immer auf die Grundschaltungen zurück,

 

 

 

 

 

nach oben