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Fazit und erarbeitete Maße für die Rekonstruktion

Dies war eine aufwendige Analyse, wie ich sie schon für den Nesper- Empfänger durchgeführt habe, der bereits als wiedererstandenes Gerät funktionstüchtig und  betriebsbereit ist.

So überhaupt Fotos existieren, ist oft eine Rekonstruktion der Abmessungen möglich, wenn nur irgendein bekanntes Maß vorhanden ist, vom Gerät, den Frontplatten- Elementen oder einem Gegenstand in der Umgebung, dessen Abmessungen bekannt sind.
Gegebenenfalls hilft eine Umzeichnung, in welcher der Standpunkt des Betrachters enthalten ist, womit man die sichtbaren (= scheinbaren) Längen auf die tatsächlichen Längen rückrechnen kann, im einfachsten Falle mittels Lineal, oder man bemüht den Cosinussatz und den guten, alten Pythagoras.

Gleiches gilt für die Höhe, wobei -und das ist wichtig- die auf der Gehäuse- Oberseite zu sehenden Bauteile mit zur Höhe hinzugerechnet sind ! Es sind fest montierte Bauteile, Wahscheinlich Isolatoren, Klemmen, und ein Gegedetektor.
Die Herstellerangabe ist also so zu sehen, daß man die Gesamthöhe mit der Fuß. Platte und den Bauteilen auf der Gehäuse- Oberplatte meinte.
Das ist mit späteren Prospekt- Angaben kaum vergleichbar.
Die Gestaltung der Telefunken-Geräte aus der Ära 1910–1920 wirkt heute zwar oft „gebastelt“ oder unfertig, folgt jedoch einer sehr funktionalen und zeitgemäßen Logik.
Es mußte immer und sicher funktionieren, das Aussehen spielte keine Rolle.
Die Montage einiger Teile obenauf und die Angabe der Gesamtmaße inklusive dieser Aufbauten in den Katalogen war bei Telefunken für stationäre und schwere Stationen (wie den E82 oder E87a) tatsächlich der Standard.

  • Hochspannungs-Isolierung: Bei Geräten wie dem E87a oder E82 mussten Antennenanschlüsse oft massive Porzellanisolatoren tragen, um Funkenüberschläge zum geerdeten Gehäuse zu verhindern. Diese Bauteile waren so voluminös, dass eine Integration ins Gehäuseinnere dieses unnötig vergrößert hätte.
  • Wärmeentwicklung und Zugänglichkeit: Viele obenliegende Bauteile waren Funkenstrecken oder Sicherungselemente, die bei Betrieb Wärme entwickelten oder nach einer Auslösung leicht zugänglich sein mussten.
  • Modularität und Konfiguration: Die „glatten Wände“, die wir heute von HiFi-Anlagen kennen, waren damals zweitrangig. Funkstationen waren Arbeitsmaschinen. Oft wurden auf die Gehäusedeckel zusätzliche Variometer oder Kopplungsspulen montiert, die je nach Wellenbereich gewechselt werden mussten.

Wenige Jahre später schon änderte sich das. Man wünschte seitdem absolut glatte Gehäuse, keine Teile, die oben, fest montiert, wie Hörner auf der Oberplatte stehen. Wenn andere Baugruppen, dann werden diese in eigenen Gehäusen darübergestellt, die meist auf das untere Hauptgerät angepaßt sind.

Aus den Vermessungs- Ergebnissen der E 82- Fotos habe ich die Erkenntnis gewonnen, daß die Angaben des Telefunken- Katalogs 1919 schlüssig sind.

Die Perspektiven- Analyse bestätigt die Annahme, daß der E 82 der Leitstellen- Anlage die Abmessungen besitzt, die im Telefunken- Katalog angegeben sind.
Da es ja ohnehin absolut Null Unterlagen für den Telefunken "Tertiär- Empfänger E 82" gibt, nehme ich also die im Katalog 1919 propagierten und durch Analyse bestätigten Abmessungen :
- Breite 54 cm,
- Höhe der Frontplatte 75 cm, mit Fußplatte 77 cm,
Gesamthöhe
mit
   Aufbauten (so diese verwendet werden) 91 cm,
- Tiefe 84 cm,
für die Rekonstruktion als amtlich an.


So habe ich nun die Aufteilung der Bauteile auf der Frontplatte von den Fotos abgenommen, die gewonnenen Maße auf "gerade Maße" gebracht, und in eine Rekonstruktions- Vorlage umgesetzt.

 

 

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