Der "E207" in Betrieb
Ich fand ein Foto mit Beschreibung in der "Telefunken- Zeitung" vom Juli 1920, ich habe die Bildschärfe des Originalfotos mit KI- Hilfe wesentlich verbessert.
Es zeigt den "E207 in der Großstation Tryvann, Norwegen, 1920.
Text der Telefunken- Zeitschrift" dazu:
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Links vom Telegraphensitz befindet sich das Sendeschaltpult, auf welchem alle zur Bedienung des Senders notwendigen Instrumente, Schalter und Signaleinrichtungen sichtbar angeordnet sind. Den Hauptbestandteil der Empfangsanlage bildet der Großstationsempfänger, ein nach den neuesten Erfahrungen der Empfängertechnik gebauter Apparat. Seine besonderen Vorzüge sind: In gewöhnlichen Fällen wird mit Audion und Niederfrequenz- Verstärker abgehört. Gleichzeitig ist noch eine Detektorapparatur vorhanden, die durch einen Umschalter wahlweise einen Karborunddetektor und einen Schleifdetektor* einzuschalten gestattet. Für den Empfang ungedämpfter Wellen ist noch ein Ueberlagerungsempfänger eingebaut, mit dessen Hilfe nicht nur die ankommende Empfangsenergie wesentlich ver Als Stromquelle zum Speisen sämtlicher Telefunken-Kathodenröhren dienen Spezialakkumulatoren, die unterhalb der Empfangsapparate leicht auswechselbar angeordnet sind. |
Die Beschreibung bestätigt meine Analyse der Fotos.
Der Hinweis auf eine spezielle Wickelart der Spulen ist hierbei besonders wichtig.
Die spezielle "Telefunken- Wicklung", heute kaum noch bekannt, ausgeführt auf Spulen enorm großer Abmessungen, erlaubte tatsächlich einen äußerst verlustarmen Aufbau, um jedes verfügbare Mikrovolt gewinnen zu können- wichtig beim Verwenden passiver Kristalldetektorschaltungen, aber bei Nutzung von Audionschaltungen miot Rückkopplung läuft ein Empfänger dieser Technik zur Höchstleistung auf, die Ergebnisse sind mit leistungsfähigen Spezial- Superhetempfängern der heutigen Zeit durchaus vergleichbar.
Aber diese Ergebnisse erreichte man.... vor über 100 Jahren.
* Schleifdetektor (nicht "Schleifendetektor", das ist heutiges Equipment, Magnetspulen/ -Schleifen unter der Erde, etwa zur Fahrzeug- Erkennung !).
Telefunken beschreibt: Gerät zur Wahrnehmbarmachung der Audionschwingung".
"Kleiner Uhrwerksschleifer "ED214", "Großer Uhrwerksschleifer ED37, oder "ED63", "Kreiselprüfschleifer = Gyroskop- Detektor KSch89" waren Bauteile dieser Geräteart.
Radiomuseum schreibt hierzu:
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Dies ist ein Funk- Detektor vom Typ Telefunken-„Tikker“ (oder „Schleifer“) aus der Zeit um 1914, der zum Empfang von ungedämpften Wellen (CW-Signalen) dient. Seine Funktionsweise beruht auf der Rotation einer Messingscheibe mittels eines Uhrwerksmechanismus, wobei während der Drehung der Scheibe ein Golddraht über deren Oberfläche schleift. Das verwendete Uhrwerk ähnelt jenem, das auch im magnetischen Detektor von Marconi zum Einsatz kam. Wird in diesem Fall ein CW-Signal empfangen, ist über die Kopfhörer ein „schleifendes“ Geräusch zu vernehmen. Aus diesem Grund wurde das Gerät gelegentlich als „Grinder“ (Schleifer) bezeichnet, anstatt als „Tikker“. Dennoch wird dieser Detektor der Geräteklasse der Funk-Tikker zugeordnet. Im Telefunken-Katalog von 1919 werden diese Einheiten – in der englischen Originalübersetzung – als „Clockwork Sliders“ (Uhrwerk-Schleifer) bezeichnet. Die Schleifer wurden eingeführt, um den Empfängern des Telefunken-Löschfunkensystems (Löschfunken-Stationen) den Empfang ungedämpfter Wellen zu ermöglichen; dabei traten sie an die Stelle des zuvor verwendeten Kristalldetektors. Dies wurde notwendig, nachdem die Poulsen-Lichtbogenstationen um das Jahr 1908 herum von den Streitkräften in Deutschland und Österreich übernommen worden waren. Die Verwendung von Schleifern und Tikkern wurde eingestellt, nachdem während des Ersten Weltkriegs zuverlässige Überlagerungsoszillatoren (Heterodyn-Oszillatoren) auf Basis von Elektronenröhren verfügbar wurden. |
Ich gehe von einer Art Detektorwirkung infolge der hauchdünnen Oxydschicht auf der Messing- Oberfläche aus, wie man sie auch mit verzinkten Stahlnägeln oder verzinkten Blechstreifen erzeugen kann.
