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Die Antenne

Nein- es gibt keine spezielle Antenne für diesen Empfänger.
Der Telefunken- Katalog 1919 beschreibt den "E207" als "Empfänger für große Distanzen, an großen Antennen".

Die Tabelle auf der oberen Frontplatte des einzig bekannten Gerätes nennt "CA = 5000 - 10000 pF" als Antennenkapazitäten- Bereich.
Hohe Antennen- Kapazitäten waren um 1910 - 1925 für diese Stationen, die im Bereich Längst- bis Langwelle arbeiteten, normal, zahlreiche parallel verlaufende, sehr lange Drähte bedingten die enorm hohe Kapazität, die wegen der sehr niedrigen Frequenzen sogar erwünscht war.

Die Antennenkapazitäten der Stationen waren bekannt, sie wurden mit "Wellenmessern" (aktiver Resonanzmesser, vergleichbar mit dem heute noch bekannten "Grid- Dipper" der Funkamateure) ermittelt.

Nach diesen Messungen wurde das geeignete Stations- Equipment geordert und aufgebaut.
Ein üblicher Empfänger würde im Eingangskreis oder Haupt- Schwingkreis, wenn es keinen Vorkreis gibt, durch die enorm hohe Kapazität überhaupt keine Resonanz mehr finden, Empfang wäre unmöglich. Die im Telefunken- Katalog genannten kommerziellen und militärischen Empfänger, wie z. B. "E82" und "E87", konnten mit Antennen mit 800- 2500 pF betrieben werden, das waren normale Stations- und Schiffs- Antennen.

Nur der "E207" konnte Längstwellen, bis weit in den Niederfrequenzbereich, empfangen, und konnte an dermaßen gewaltigen Antennen betrieben werden.

Ich habe die Kapazität der Antenne am Aufstellort des einzig bekannten Gerätes (Tryvann, Norwegen), zurückgerechnet- die Antennenanlage dürfte etwa 9000 pF gehabt haben, das liegt ja innerhalb der Tabelle auf der Gerätevorderseite.

Als Beispiel hier einige Stationen:

Tryvann, Norwegen:

Der erste Funksender für den Probebetrieb wurde 1923 in der Anlage der Telegrafenverwaltung in Tryvann, unweit des damaligen Aussichtsturms, aufgestellt.

Foto: Digitalmuseum.no


Carnarvon, Großbritannien, Nord- Wales:

Auf dem Gelände der Marconi Company – damals allgemein unter dem (anglifizierten) Ortsnamen „Carnarvon“ bekannt – trugen zehn 400 Fuß (122 m) hohe, aus Rohrsegmenten gefertigte Eisenmasten die 32 Drähte einer rund 3847 Fuß (1173 m) langen „umgekehrten L-Antenne“. In diesem Ausbaustadium bestand die Antenne aus einem etwa 752 Meter langen, ansteigenden Abschnitt, der von der Senderhalle bis zu den zwischen der ersten Reihe aus drei Masten gespannten Stahlseilen („Triatics“) reichte; der verbleibende Teil der Antennenlänge setzte sich aus leicht ansteigenden, horizontal verlaufenden Drähten zusammen, die sich die Hänge des Cefn Du hinaufzogen. Die Station funkte unter dem Rufzeichen „MUU“ und nutzte zunächst einen einfachen Funkensender, der tagsüber auf 27 kHz und nachts auf 52 kHz arbeitete.
https://www.welshcountry.co.uk/marconi-wireless-station-carnarvon-revisited/


Großstation Nauen:

Am 9. Au­gust 1906 wurde der Pro­be­be­trieb und am 16. Au­gust 1906 der ope­ra­tive Be­trieb als Ver­suchs­sta­tion Nauen von Te­le­fun­ken auf­ge­nom­men. Als Sen­de­mast diente ein hun­dert Meter hoher, gegen Erde iso­lier­ter Stahl­fach­werk­mast, der eine Schir­m­an­tenne trug. Als Sen­der wur­den Knall­fun­ken­sen­der ver­wen­det.

Da die Sta­tion nicht über einen Strom­an­schluss ver­fügte, wurde im Sen­der­ge­bäude, einem leich­ten Fach­werk­haus, eine Lo­ko­mo­bile mit einer Leis­tung von 35 PS auf­ge­stellt, wel­che einen 50-Hz-Wechselstromgenerator mit 24 kVA Leis­tung an­trieb.

Bereits bei den ers­ten Funk­ver­su­chen wur­den die Si­gnale Nau­ens von den Sta­tio­nen in Nord­deich (ca. 300 Ki­lo­me­ter), Rigi-Scheidegg (ca. 700 Ki­lo­me­ter) und Sankt Petersburg (ca. 1300 Ki­lo­me­ter) emp­fan­gen.[1]

Im Jahr 1909 wur­den als Sen­der Lösch­fun­ken­sen­der in­stal­liert, mit denen Reich­wei­ten von 5000 Ki­lo­me­tern er­zielt wer­den konn­ten.

1911 ge­lang erst­mals eine Funk­ver­bin­dung mit der Funk­sta­tion Ka­mina in der da­ma­li­gen deut­schen Ko­lo­nie Togo. Im sel­ben Jahr wurde auch der An­ten­nen­mast auf 200 Meter Höhe auf­ge­stockt, den al­ler­dings ein Sturm am 31. März 1912 zer­störte. Er wurde durch eine An­tenne er­setzt, die zwi­schen zwei 120 Meter hohen Mas­ten ge­spannt war. Ende 1912 wurde diese wie­derum durch eine von fünf Mas­ten ge­tra­gene L-Antenne mit V-förmigen Grund­riss er­setzt.

1913 wurde in Nauen der erste Ma­schi­nen­sen­der auf­ge­baut und in Be­trieb ge­nom­men. Er ar­bei­tete mit Fre­quenz­ver­dopp­lung nach dem Sys­tem Arco. Am 10. Fe­bruar 1914 wurde eine 1037 Meter lange, von einem 260 Meter hohen und zwei je 120 Meter hohen Mas­ten ge­tra­ge­nen L-Antenne in­stal­liert. Zeit­gleich er­hielt die Sta­tion ein neues Sen­der­ge­bäude.

Am 13. März 1914 konnte erst­mals die Funk­sta­tion Windhoek in Deutsch-Südwestafrika er­reicht wer­den.[2] (Siehe auch: Funk­sta­tio­nen in Deutsch-Südwestafrika)

1914 - 1945
Mit Be­ginn des Ers­ten Welt­kriegs un­ter­stand die Sta­tion dem Reichs­ma­ri­ne­amt und bekam eine gro­ße Be­deu­tung, denn die nach Deutsch­land füh­ren­den Über­see­ka­bel waren von den geg­ne­ri­schen Staa­ten un­ter­bro­chen wor­den. Von Nauen aus er­reichte die Nach­richt vom Kriegs­aus­bruch die deut­schen Ko­lo­nien, die wie­derum zahl­rei­che deut­sche Han­dels­schiffe warn­ten.[3]

1916 er­folgte auf Drän­gen von Hans Bre­dow (da­ma­li­ger Telefunken-Direktor und spä­te­rer Reichsrundfunk-Kommissar) der Aus­bau der Sta­tion. So wurde die An­ten­nen­an­lage enorm ver­grö­ßert und wei­tere Hoch­fre­quenz­ma­schi­nen­sen­der auf­ge­stellt. Von 1918 bis 1931 ge­hörte die An­lage zur Trans­ra­dio AG.


Nauen- Antennen, aus Katalog "Telefunken Radiostationen und Geräte", 1919

1920 bekam die bis dato fer­tig­ge­stellte Haupt­an­tenne der Sta­tion, wel­che von zwei 260 Meter und von vier 125 Meter hohen Mas­ten ge­tra­gen wur­den, be­acht­li­che Aus­ma­ße: sie er­streckte sich über eine Länge von 2484 Me­tern. Im rech­ten Win­kel zu die­ser gab es noch eine klei­nere An­tenne, die von drei Mas­ten ge­tra­gen wurde, von denen einer wie ein Frei­lei­tungs­mast aus­sah.
Text: https://deu.archinform.net/projekte/8923.htm


Einen "E207" kann man selbstverständlich auch an Antennen betreiben, die für einen normalen Benutzer gerade noch machbar sind, etwa die sehr langen "Beverage- Antennen" in geringem Abstand zum Boden, aber auch Langdrahtantennen oder Rahmenantennen- es ist aber unbedingt eine Anpaßschaltung oder ein Anpaßgerät nötig, denn der "E207" erwartet unbedingt eine Antenne hoher Eigenkapazität, ohne diese bekommt man den Primärschwingkreis keinesfalls in Resonanz.
Erreicht man jedoch die Resonanz im gewählten Bereich, kann man gute bis sehr gute Empfangsergebnisse erwarten, jedenfalls im Vergleich zu üblichen Geräten jener Zeit.


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