Die Partner des "E207"

Funkstation in Norwegen, Gegenstation in Frankreich, unten Beschreibung
"Partner"... ???
Ich meine die Stationen und Geräte, mit denen der einzig erhaltene "E207" von der Station Kristiania, Tryvann, Norwegen, einst Funkverkehr betrieb.
Die Sender waren Hochleistungs- Funkensender, Lichtbogensender oder riesige Längstwellen- Hochfrequenzmaschinen, Alternatoren, wie der noch heute betriebsfähige Alexanderson- Alternator in Grimeton, Schweden.
Die Empfänger der Stationen sind kaum bekannt !
Die riesigen Sendeanlagen waren bekannt, sie waren ja nicht zu übersehen, die viel kleineren Empfangsanlagen standen wegen der hohen Feldstärken oft etliche Kilometer von den Sendeantennen entfernt, sie hatten eigene, kleinere Antennen, oft Rahmenantennen, oft in geschützten Räumen.
Es gibt leider kaum Fotos.
Andere Spezial- Empfänger, die nur für Großstationen entwickelt wurden, konnte ich nicht ermitteln, wahrscheinlich wurden meist wesentlich kleinere Empfänger verwendet, wie Behörden- und Militär- Geräte.
Das wären z. B. Geräte, die ich recherchieren konnte:
"SFR Typ 1" oder "SFR Type 10", Frankreich, leider ist von diesen Geräten kein
Exemplar erhalten geblieben, es gibt keine Bilder keine Daten, nur eine
Kurzbeschreibung des "Typ 10", daß dieser mittels Variometern und externen Spulen
oder Anpaß- Variometern abgestimmt wurde.
Eventuell ist es der 5- Röhren- Empfänger, der weiter unten, in der französischen Station
Villecresnes, zu sehen ist, auch eine externe Spule ist links daneben plaziert.
Immerhin ist ein 3- Röhren- Empfänger aus dieser Zeit erhalten geblieben- "Type 4",
entwickelt als Flugzeug- Bordfunkempfänger:
Ein "Récepteur de radiotélégraphie Typ 4", 1914, ein 3- Röhren- Empfänger, immerhin eine ähnlich hohe Bauart wie "E207", aber nicht so gewaltig, geschätzte Höhe 70 cm, als Flugzeug- Empfänger gebaut, darum nur spartanische Bedienungsmöglichkeiten. (Bildquelle)
"Marconi 101", USA, Kristalldetektor- Empfänger
Es wurden etwa 100 Geräte gebaut, es scheint noch mindestens ein Exemplar zu geben,
es gibt Bilder und einen Schaltplan, dieser Empfänger konnte ebenfalls mit
Serien-/ Parallelschaltung im Primärkreis arbeiten. Der zwecks Kopplungsgrad-
Änderungsmöglichkeit verwendete Schiebespulensatz (innen) ist wesentlich kleiner
als die riesigen Spulen des "E207".
Marconi 101 (Quelle)
"IP 500" (zivil) = "SE-143" (Marine), USA, Kristalldetektor- Empfänger
IP-500 = SE-143, Original Edi- Nachbau "Edi- SE"

Station Otter Cliff, Maine, USA: "SE-143" mit "Audion Box"
Universal-Empfänger mit vielen Anschlüssen für passende externe Geräte, eigentlich Marine- Funkempfänger, sie fanden aber auch in festen Stationen Verwendung, mit zusätzlichen Baugruppen wurden sie Längstwellen- fähig, zum Audionempfänger erweiterbar, und es gab HF- Verstärker, NF- Verstärker, Überlagerer und sehr viel weiteres Zubehör, es gab baugleiche Empfänger für andere Wellenbereiche und Anwendungen, wie Radiokompaß oder Funkpeiler.
Dieser Empfänger konnte auf Höchstleistung aufgerüstet werden, die sich bis heute nicht verstecken muß.
In Europa gibt es nur je einen "IP-500" und einen "SE-143" im technischen Museum der Schweiz, einen "SE-143" im Museum für Kommunikation, Frankreich, sowie meinen eigenen Nachbau.
Die Großstationen
Die Stationen sind bekannt, da gab es Namen, die bis heute klangvoll sind:
- Nauen, Deutschland, 25 km westlich von Berlin, 1906, Rufzeichen "POZ"
- Paris, Eiffelturm, 1908
- Kamina, Togo, Kamerun, Afrika, 1911
- Daressalam, Afrika, 1912
- Sayville, Long Island, New York, USA, 1912, Rufzeichen "WSL", später "NDD", nachdem
sie 1915 von der US-Marine (United States Navy) übernommen wurde
- Windhoek, Namibia, Südafrika, 1914, Rufzeichen "KSK" (Swakopmund) und "KLÜ"
(Lüderitzbucht)
- Otter Cliff, Maine, 1917, USA
- Königs Wusterhausen, 30 km südlich von Berlin, Deutschland
- Prag, östlich von Prag, Poděbrady,1920
- Villecresnes, 20 km südöstlich von Paris, Frankreich, 1920, Empfangsstation, plus
Sainte Assise, Sendestation, 40 km südöstlich von Paris, Frankreich, 1921,
Rufzeichen "UFT"
- Riverhead plus Rocky Point = Station "RCA Central", 1921 Long Island, USA
- Grimeton, Schweden, 1925, Rufzeichen "SAQ"
Das Foto
Bei Recherchen stieß ich auf ein Foto aus der Funkstation Villecresnes, auf dem mehrere Funk- Arbeitsplätze zu sehen sind, auf denen die Namen der Gegenstationen plaziert wurden: "New York", "Christiania" (die norwegische Station "Kristiania" bei Tryvann, hier mit Ch" geschrieben), weiter hinten konnte ich mit Mühe "Prague" (Prag) und "Windhoek" entziffern.
Das Foto zeigt einen geschützten Raum mit Rahmenantennen. Die Geräte besitzen Zubehör- Baugruppen, Anpaß- Baugruppen, HF- und NF- Verstärker.
Die dazugehörige Sendeanlage befand sich in Sainte Assise.
Ich konnte den Empfängertyp des 5- Röhren- Gerätes nicht ermitteln.
Der Beweis: Die berühmten Großfunkstellen kannten sich - nicht verwunderlich, Villecresnes wurde erst NACH dem 1. Weltkrieg erbaut, da war für die ehemaligen Kolonial- und Militär- Funkstellen regierungsamtlicher und Behörden- Funkverkehr zur Aufgabe geworden.
Station Villecresnes, Frankreich, ca. 1920. (Bild: Wikipedia)
Es sind Röhrenempfänger, da Rahmenantennen geringeren Pegel an den Empfänger liefern.

Vergrößerter Ausschnitt aus dem vorigen Bild: Ein Empfänger mit 5 Röhren. Den Empfängertyp konnte ich nicht ermitteln, moglicherweise "SFR Typ 1" oder "SFR Type 10".
Links neben dem Empfänger eine große Spule, dann eine abstimmbare Baugruppe, vermutlich ein Vor- Abstimmgerät (Tuner). Rechts neben dem Empfänger ein abstimmbares Gerät mit 1 Röhre, vermutlich ein Überlagerer zur Hörbarmachung tonloser Telegraphie- Träger.
Großfunkstelle Sayville, New York, USA, mit Telefunken- Empfängern "E5"
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