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Ein verblüffendes Ergebnis:
Der "E207" ist gar kein Empfänger, sondern ein Abstimmgerät ("Tuner") !

Es gab in der Zeitschrift Fotos und einen nicht ganz kompletten, aber brauchbaren Schaltplan, den ein Technikfreund per Augenschein vom Gerät abgenommen hat.

Ein verblüffendes Ergebnis:
Der "E207" selbst ist gar kein Empfänger, sondern ein Abstimmgerät ("Tuner") !
Er hat keinen eigenen Kristalldetektor, keine Front- Anschlüsse für einen Kristalldetektor, keinen Betriebsartenschalter, der die Verwendung eines solchen nennt, und er enthält keine Röhren.

Der Betrieb als Kristalldetektorempfänger ist historisch belegt, ein Kristalldetektor kann an die nach außen geführten Anschlüsse angeschaltet werden.
Es sind Anschlüsse für ein Audion und folgende Verstärkerstufen vorhanden, diese Verwendung ist ebenfalls historisch belegt.
Meist wurden beide Möglichkeiten, umschaltbar, genutzt: Kristalldetektor für stärkere Signale, Audion für schwache Signale.

Das war zu der Zeit tatsächlich so üblich, mein Empfänger Westinghouse "RC" von 1922 ist genauso gebaut- zweiteilig- ein rein passives Abstimmgerät ("Tuner") namens "RA" und ein Audion mit 2- stufigem NF- Verstärker "DA".
Weiterhin gab es auch -anstelle des Audions- den Kristalldetektor "DB".
Die Tuner- EInheit "RA" plus Kristaldetektor "DB" wären also  bereits ein Kristalldetektorempfänger ohne Röhre(n).
Einteilger "RC": Den "RC" gab es anfangs als "RADA" ! Es waren die Einzel- Baugruppen "RA" und "DA", die ersten Modelle von Westinghouse
wurden noch in zwei Gehäusen geliefert, die nebeneinandergestellt und mit Drahtbrücken miteinander verbunden wuren ("Radio- D- Zug").
Später vereinte man "RA" und "DA" in einem Gehäuse, das Gerät hieß dann "RC". Die Drahtbrücken blieben erhalten.


"E207" hat eine Buchsenleiste mit der Beschriftung "Detektor- Audion oder 5- Röhren- Hochfrequenz Verstärker Apparaturen".,
Es ist aber wahrscheinlich, daß man "Kristalldetektor/ Audion" meinte, also eine Auswahl zwischen beiden. Aber: Audion- Schaltungen/ Geräte wurden zur zur damaligen Zeit oft "Detektor" genannt.

Tatsächlich ist für den "E207" in der norwegischen Station Kristiania in Tryvann, Norwegen, der wahlweise Anschluß eines Karborund- Kristalldetektors oder eines "Schleifdetektors"  in der Telefunken- Zeitung" 21 von Juli 1920 beschrieben.
Damit dürfte der "E207" vielleicht der weltweit größte Kristall-Detektorempfänger sein.

Vorgesehen ist auch der Anschluß von "Fünfröhren- HF- Verstärker- Apparaturen", vermutlich 1 Rückkopplungs- Audion plus 4 NF- Verstärkerstufen danach.

Bekannt ist mir ein 4- Röhren- Gerät solcher Art von Telefunken, das E243a, dieses besitzt noch einen Anschluß für einen zusätzlichen Abstimmkreis hinter der Eingangsstufe, aber meines Wissens hat es keinen Rückkopplungsanschluß.
Da man jedoch dann einen Dreikreis- Empfänger hätte, wäre damit bereits trennscharfer Empfang möglich.
Das einzige bekannte Gerät jener Zeit mit 5 Röhren wäre der Telefunken "EV205", es sind aber keine Beschreibung oder ein Schaltplan bekannt.

Es gab aber auch Geräte, die erst die HF ordentlich verstärkten, und erst dann eine Rückkopplungs- Audion- Stufe folgen ließen, etwa der hier beschriebene 7- Röhren- Empfänger von Nesper, er enthielt 3 HF- Stufen, danach parallel eine Rückkopplungsstufe und ein Audion, dann 3 NF- Stufen.

Wenn das folgende Gerät einen Rückkopplungsanschluß hat, kann  die Rückkopppelspule des "E207" damit verbunden werden.
Die Rückkopplung kann mit einem Stellknopf an der Sekundärspule eingestellt werden.

Die gefundenen Materialien lassen hervorragende Schaltungsdetails erkennen:
- Eine riesige Kondensator- Bank aus Drehkondensatoren plus schaltbaren
  Parallelkapazitäten für den Eingang.
- Antennen- Anpaßmöglichkeiten von einfacheren Langdrahtantennen bis zu
  äußerst langen Großstations- Antennen, wie hochkapazitiven Mehrfachleiter-  
  Antennen, Reusen- Antennen o. ä.
- Der Eingang kann in Serien- oder Parallel- Schaltung ("Kurz-/ Lang- Schaltung")
  betrieben werden.
- Eine kleinere Kondensator- Bank ist für die Abstimmung des Sekundär- (Haupt-)
  Empfangskreises vorgesehen.
- Es gibt Wechselspulensätze, die Wechselspulen teilen den Empfangsbereich in
  "gespreizte" Unterbereiche, die Einzelbereiche sind überlappend, die sehr
   speziell gewickelten Spulenwicklungen ("Telefunken- Wicklung" =
   "Bankwicklung") mit Anzapfungen, sowie drei Schalter- Einheiten mit
   Nockenschaltern und Festkondensatoren sorgen für einen großen 
   Empfangsbereich.

- Äußerst präzise und genaue Getriebe und Hebel- Mechaniken für Kopplungen
  und Abstimmungen, die auch noch extrem robust ausgeführt wurden.

Die Technik des "E207" ist enorm aufwendig.
- Die spezielle Wicklungsart, die verlustarmen Riesen- Spulen, die ausgefeilte Bandspreizung und die zahlreichen Stellmöglichkeiten dürften den "E207" zu einem Empfänger gemacht haben, dessen Empfangswerte sich bis heute sehen lassen können.

 

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