2025 Edi's letzte Projekte- Weitere Rekonstruktion eines unbekannten deutschen Riesen- Detektorempfängers von 1912
Dieses Thema ist abgekoppelt vom Bericht zum TELEFUNKEN Großstationsempfänger "E 207", es handelt sich um dessen Vorläufer, und es ist auch wieder ein Riesen- Empfänger.
Er ist nicht einfach auszumachen, weil er aus EInzelkomponenten besteht, die beliebig üplaziert werden können. Nur die riesigen Spulen sind ein Erkennungsmerkmal.
Das Gerät und die Bezeichnung sind bisher unbekannt.
Ich nenne ihn mangels Informationen einfach "E 206".
Der "E 206" findet sich auf Fotos der deutschen Großstation Nauen und auf bisher unbekannten und von mir erst jetzt erhaltenen Fotos der amerikanischen Station Sayville auf Long Island, New York, USA.
Es ist ein sehr frühes Gerät, da die Stationen Nauen um 1906 und Sayville um 1911 erbaut wurden.
"E 206" ist ein auf einem Tisch verteilter Einzelkomponenten- Aufbau, der später als "E 207" mit einem eigenen Komplett- Gehäuse gebaut wurde. Vermutlich flossen die Erfahrungen mit diesem Gerät in den Nachfolger ein.
Auffällig ist der Abstimm- Kasten, der vermutlich eine Kondensator- Umschaltung und die Sekundär- Drehkondensatoren enthält, der Nachfolger " E207" hatte genau diese Aufteilung.
Das Gerät ist so groß, daß ein 1 m langer Tisch verlängert werden mußte, um alle Komponenten unterzubrinbgen, und selbst da gab es noch einen Überstand des Sekundär- Abstimm- Kastens !
Vom Volumen her dürfte der "E206" den Rekord als größte und schwerste jemals gebauten Kristalldetektor- Empfänger- Konstruktion halten.
Als Empfänger im Sinne EINES Gerätes der "W 207", allerdings kommen, wie beim "E 206" noch weitere Komponenten dazu, beide sind eigentlich nur Abstimmgeräte.
"E 82": 540 x 800 x 900 mm = 3880 cm ^ 3, 100 kg
"E 207": 580 x 680 x 1200 mm = 4733 cm ^ 3, 130 kg
"E 206": 800 x 1350 x 600 mm = 5760 cm ^ 3, >130 kg
Das ist über ein halber Kubikmeter !
Ich habe die Hersteller- Angaben für Höhe, Breite und Tiefe, beim "E 206" Gesamtbreite, Tisch- Tiefe und Spulensatzhöhe für die Berechnung verwendet ("E 206" ohne den Tisch darunter), obwohl bei "E 206" und "E207" die Volumen nicht voll ausgefüllt sind, es kommen aber externe Komponenten dazu, die auch nicht gerade klein sind, wie Kristalldetektoren, Audion, Verstärker, Überlagerer, "Ticker" bzw. "Uhrwerksschleifer" Geräte zum Hörbarmachen unmodulierter Signale), Kopfhörer- Verteiler, Heizakkus und Anodenbatterie.
Alle drei Geräte sind Großstationsgeräte und können wahlweise mit einem (oder mehreren) Detektorkristall(en) ODER Audion/ Verstärker arbeiten, sie sind mit entsprechenden Anschlußmöglichkeiten versehen.
Batterien sieht man auf den Fotos nie, diese sind meistens unter dem Tisch untergebracht, es sind oft große Holzkisten mit großen Akkuzellen und sehr vielen Trockenelementen.
"E206" rechts neben dem Fenster in der Station Nauen, Telefunken- Zeitung 1919
Die ineinander schwenk- und schiebbaren Riesenspulen fallen maximal auf.
Unter der mittleren Spule ist der Abstimmkasten zu sehen.

"E206" in der Station Sayville, 1912,
Links der Abstimmkasten, mittig Röhren- Audion und Verstärker oder Überlagerer, rechts die Riesenspulen.
Foto mit freundlicher Genehmigung Mr. C. Kretz, Long Island Radio and TV Historical Society
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