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Das Fundstück, eine unscheinbare Holz- Lagerkiste, rechts der einstige Detektorempfänger- Teil abgesägt, und einige Teile, die noch drinlagen: Spulen, Spulenhalter, Röhrenfassung, Drehkondensator, Skalenknopf, die Röhre war nicht mehr vorhanden, ich habe aber eine solche Röhre, wie ich damals verwendete.
Im Foto rechts habe ich den der kurzen Empfänger- Teil abgetrennt.

Die Kiste war einst eine Lagerkiste in einer Radiowerkstatt, in welcher ich von dem betagten Besitzer im Gegenzug für die Reinigung seiner Schaufensterscheiben (mit Seifenlappen und Zeitungspapier !) alte, unreparable Radios und Teile bekam, in der Kiste waren wohl mal Elektrolyt- Kondensatoren drin.
Die Holzkiste ist sehr mitgenommen, dreckig, Holzwurmlöcher, außerdem sehr lang, der Detektorempfänger war gar nicht so lang, ich habe sie damals aber nicht getrennt, falls noch evtl. eine Stufe dahintergebaut wird.

Es fehlt die Sperrholz- Deckelplatte, auf der Spulenhalter und eine Röhre montiert waren, die Deckelplatte war damals problematisch, sehr unsauber gebaut, die Röhren- Bohrung mit einer "Brustleier" ("Handleier") gebohrt, die Löcher mit einer Schere "vergrößert" und die Trennstege weggebrochen, bis ein annähernd rundes Stück herausfiel. Überhaupt waren die meisten Durchbrüche, die ich damals ausführte, so unsauber.
Die Deckelplatte war nur mit einer Art Steckdosen- Klammern befestigt.

Auch die Drehkondensator- Halterung war nur ein dünnes Winkelblech.
Ich war in der 3. Klasse, das Taschengeld klein... ich konnte es nicht besser.

Ich hatte noch  keinen Kristalldetektor und auch keine Diode, aber von einem Schulkameraden bekam ich eine Röhre, in alten Funktechnik- Zeitschriften hatte ich gelesen, daß ein Detektorempfänger auch mit einer Röhre funktionieren soll.
Die Röhre von damals war nicht im Kasten, könnte sein, daß ich die in einem meiner anderen Geräte bereits verbaut habe.
Die Röhre war eine Zweiweg- Gleichrichterröhre AZ1 von Telefunken, mit Netz- Anode.
Ich fand es sehr schön, daß  man die Glühfäden sehen konnte.
Die AZ1 hat eigentlich Außenkontaktsockel, es gab sie aber auch (selten) mit Stiftsockel.
In dem Kasten war aber eine Stiftfassung mit dabei.
Ok... eine Stiftsockel- AZ1 habe ich nicht, aber Ersatz, eine RGN2004, die mit der AZ1 gleich ist.

Die Spulen sind "Korbbodenspulen", steckbar, der Drehkondensator stammte vom "Volksempfänger VE301".

Spulen und Drehkondensator hatte ich von dem alten Meister bekommen.
Kristalle für einen Detektor verdiente ich mir erst später bei ihm. Dioden kaufte ich auch später vom Taschengeld.

Nun ja- Ich habe den Detektorempfänger aus den wenigen Teilen funktionstüchtig hinbekommen.

Der Drehkondensator ist der Zeit zum Opfer gefallen- scheint durch Zinkpest verzogen zu sein, die inneren Platten berühren sich nicht, aber die äußeren Platten beidseits, der Rotorhalter ist "gewachsen". Durch Justage habe ich ihn hinbekomnmen, das wird aber nicht lange halten den Drehkondensator werde ich ersetzen.

An einem Tag Suche nach VE- Drehkondensatoren: kein Erfolg.
Am nächsten Tag ein günstiges Angebot in Kleinanzeigen: Drei "Volksempfänger VE301"- Drehkondensatoren ! Drehkos bestellt, und am nächsten Tag waren sie bereits da ! (Vielen Dank an den Verkäufer !)

Eine Spule lag bei, sowie ein Spulen- Schwenkhalter. Dazu gehört noch ein nicht schwenkbarer Halter, ich erinnere mich aber auch nur an die Verwendung nur des Halters und EINER Spule.
Einen nicht schwenkbaren Halter für eine zweite Spule werde ich aber bauen, kein großes Problem.

Die Holzkiste sieht schlecht aus aus, dreckig, Holzwurmlöcher, aber wenigstens keine Tiere mehr drin.
Kein Problem- ich kann heute.... restaurieren.

Ich werde die Kiste "verjüngen", und obenauf kommt eine schöne, seidenglänzend- schwarze HPL- Preßstoff- Oberplatte.

Der Detektorempfänger wird bald richtig schick aussehen.
Das konnte ich als Junge nicht, da hatte ich keine Möglichkeiten.


Meine allerersten Werkzeuge, ich habe sie noch heute, meine Mutter hatte sie über die Jahrzehnte aufbewahrt !
Eine "Brustleier" zum Bohren, ein "Lötkölben", eigentlich ein Kupferblock auf einer Haltestange, den man auf dem Gasherd auf Temperatur bringen mußte, ein kleiner Tisch- Schraubstock, vom Taschengeld gekauft (8,50 DDR- Mark, sehr viel Geld für mich damals !), und "die bessere Bohrmaschine", eine "Kurbelleier".
"Alles ohne Strom."
Ich arbeite mit diesen Werkzeugen nun nicht mehr- aber sie bleiben "in Reserve".


Die Holzkiste, ziemlich lang, rechts die Detektorseite mit der Flex abgetrennt.


Holzkiste geteilt, Unterplatte entfernt, die kleinere Holzkiste bekommt anstelle der früheren Sperrholz- Oberplatte, eine schwarze HPL- Oberplatte, die habe ich in einigen Minuten angefertigt, ebenfalls mit der Flex, sowie mit einem normalen Baumarkt- Kreisscheider ein Loch für die Röhrenfassung gebohrt, und Befestigingslöcher 3 mm, mit Kegel- Aussparung für Linsenkopf- Senkschrauben, genacht mit einem Entgrater (Baumarkt).


Gehäuse- Rückwand mit Holzleim einsetzen, Holzflächen schleifen.

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