Willkommen !

Digitaluhr, privater Eigenbau 4, "Digitime" von anonym, 1970
(Fotoserie unten)



Diese Uhr fand ich auf einer anderen Plattform- der Erbauer schickte mir auf meine Bitte hin die Fotos und Beschreibung.

Die Uhr beruht auf der in der Zeitschrift "rfe" (Radio- Fernsehen- Elektronik") veröffentlichten Bauanleitung von B. Drewitz, 1970.
Sie ist -mit materialbedingten Abweichungen- das 3 Exemplar dieser Bauanleitung.

Das erste Exempler besitzt noch der Entwickler.
Das zweite Exemplar, das eigentliche Werks- Mustergerät, ist hier beschrieben.

Beschreibung des Erbauers


Die Idee einer Digitaluhr entstand schon vor 1970. Konkrete Formen nahm das Projekt nach 1970 an und da war die RFE-Veröffentlichung mit beteiligt.
Im Rahmen der Entwicklung einer Nummernanzeige habe ich mit verschiedenen damaligen industriell hergestellten Ziffernanzeigen experimentiert. So wurden auch die WF-Bausteine untersucht. Letztlich eigneten sich diese Module nicht für die vorgesehene Anwendung. Aber damit eine Digitaluhr aufzubauen, regte der RFE-Artikel an. Es gab die die Zählerbausteine 0-2, 0-6 und 0-9. Damit konnten die Zählstufen für die Stunden-, Minuten- und Sekundenanzeige realisiert werden. Die Ansteuergruppen für die Anzeigeröhren wurden dann nur noch dahinter gehangen. Völlig unabhängig von der Beschreibung in der RFE wurden die Baugruppen Quarzgenerator und Frequenzteilerstufen aufgebaut.
Beide sind konventionell mit Transistoren realisiert. Man war ja davon abhängig, was für ein Quarz erworben werden konnte. In meinem Fall war es ein 100 kHz-Röhrenquarz. Die Schaltung dazu stammt sicher auch aus einer Zeitschrift (RFE, FA, Funktechnik), ich weiss es nicht mehr genau. Die Schaltung der Frequenzteilerstufen wurde ebenfalls in einer Fachzeitschrift gefunden. Die Leiterplatten für diese beiden Baugruppen habe ich selbst entwickelt, mit Röhrchenfeder gezeichnet, geätzt und bestückt. Eingebaut habe ich diese Leiterplatte in ein kleines, mit Styropur ausgekleidetes Kästchen, das innen mit einem Heizwiderstand ausgestattet war. Dazu wurde noch eine Temperaturregelstufe aufgebaut.

Wie schon erwähnt, hatte ich damals eine aufwendigere Schaltung zum Stellen und Wecken vorgesehen. Von den Katodenanschlüssen der Ziffernanzeigeröhren für Stunden und Minuten wurden die Signale jeweils über einen Stufenschalter auf eine Auswerteelektronik geführt, die zum Stellen die Zähler entsprechend zurücksetzte und zum Wecken einen akustischen Signalgeber ansteuern sollte. Dieses Schaltungskonzept war noch nicht entgültig ausgereift und wurde deshalb verworfen. Zwischenzeitlich gab es auch keine Notwendigkeit mehr, diese Uhr als Wecker mit zu nutzen. Als ich dann später die Beschreibung in der RFE fand, gefiel mir die dort realisierte Variante des Stellens. Jahre später habe ich das dann entsprechend in meine Uhr eingebaut, was wiederum beim vorhandenen "Drahtverhau" meines Aufbaues eine sehr anspruchsvolle Arbeit war.

Seit einigen Jahren läuft die Uhr nun bei mir, zufriedenstellend ist die Frequenzkonstanz aber nicht. Pro Monat läuft die Uhr ca. 2.3 Minuten nach. Deshalb bin ich am Überlegen, eine elegantere Lösung mit 4,...MHz-Quarz und IC aufzubauen. Leider ist es bisher bei der Idee geblieben, weil der erforderliche IC bei den einschlägigen Händlern nicht verfügbar ist.

So, das zu meinem Aufbau. Ein exakter Nachbau der Uhr aus der RFE ist es nicht. Z.B. habe ich keine Batteriepufferung vorgesehen und die Anordnung der Leiterplatten ist anders.



Fotoserie


Vergrößerte Darstellung der Uhr mit DKE

 

Uhr mit DKE - Rückansicht

Frontansicht der Uhr mit Filterscheibe

Rückansicht; die Tasten von oben nach unten: Stellen Stunden, Minuten (jeweils durch Sekunden-Impuls), Rücksetzen Sekunden auf Null

Draufsicht auf die geöffnete Uhr; auf den Anzeige-Lp wurden anstelle der Anzeigeröhren Buchsenleisten angebracht, von diesen führen Bandleitungen zu den Fassungen für die Z 560

Draufsicht von links

Draufsicht von rechts

Draufsicht von hinten; rechts unten befindet sich der Kühlkörper mit dem Leistungstransistors von Lp 2, darüber der NT WF, li der Zusatztrafo Hz

Front ohne Filterscheibe, man erkennt die Öffnungen für 3 Tastenschalter und die Bohrungen für die Drehschalter, die zum  Stellen/ Wecken vorgesehen waren;
Der Schalter unten rechts dient der Abschaltung der Anodenspannung  für die Anzeigeröhren. Dient dem Schutz der Röhren, da ich nicht sehr oft in diesem Raum bin und da wird die Anzeige nicht benötigt.

Details zur Leiterplattenhalterung; die Buchsenleisten der WF-Platinen sind an Alu-Winkeln befestigt; der U-förmige Teil trägt seitlich die beiden Netzteilplatinen des WF-Systems, hinten befindet sich die Lp Temperaturregelung

Sicht auf Temperaturregel-Lp, dahinter Kasten mit Quarzoszi und Frequenzteilerstufen; Li Taster "Stellen"; Rechts am U-förmigen Gestell die Lp 1+2 des Netzteiles WF u. Temperaturregelung; Links befindet sich der Zusatztrafo für die Heizung; 
Der Leistungstransistor von NT-Lp 2 wurde auf einen separaten Kühlkörper befestigt.


Lp-Halterung vergrößert

 

 

 

 

 

.

nach oben